Sonntag, 4. März 2018

The Perfect - Wie weit gehst du für deinen Erfolg? / Patricia Schröder





Verlag: Coppenrath
Seiten: 410
Jahr: 2016
Ausgabe: Hardcover
Preis: 17,95€
Meine Bewertung: 3/5


ADAM C. OULAY sucht DICH!

"Teile deine Kreativität, dein Trendgefühl und deinen Geschäftssinn mit mir - und vielleicht sogar noch mehr ...BEWIRB DICH JETZT!"

Wie weit würdest du für deinen Erfolg gehen? Wärest du bereit, ALLES zu tun, um dieses Casting zu gewinnen? Auch wenn du niemandem trauen kannst, außer deiner besten Freundin? Selbst wenn euer beider Leben in Gefahr wäre? Es könnte DIE Chance sein - für eine von euch. Oder aber der Weg in die Hölle ...

Als Jazz und Leena die Anzeige des Modemoguls Adam C. Oulay lesen, der eine persönliche Assistentin sucht, sind die beiden Freundinnen sofort Feuer und Flamme. Für Leena ist ihr größter Berufswunsch, Modedesignerin zu werden, plötzlich zum Greifen nah, und Jazz will alles daran setzen, sie dabei zu unterstützen. Von der Außenwelt abgeschnitten, tauchen sie ab in eine faszinierende Welt aus Scheinwerferlicht und Glamour, in der es nur um eines geht: die Beste zu sein. Doch der Konkurrenzkampf ist hart und der Betreiber des Castings skrupellos. Ohne es zu wissen, schweben die Mädchen schon bald in tödlicher Gefahr ...(Quelle: Verlag)

Anfang

Es ist dunkel. Mein Kopf dröhnt und ein dumpfer Schmerz zieht sich bis in meinen Nacken hinunter. Der metallische Geschmack auf meiner Zunge ist widerlich.

Meine Meinung

Ich wollte dieses Buch lesen, seit es kurz vor der Erscheinung stand. Als ich es dann sehr günstig ergattern konnte, habe ich direkt zugeschlagen. Das Monatsthema im Februar der Sub-Abbau-Challenge, an der ich teilnehme, war der längste Titel. Da stand für mich fest, dass die Chance nun gekommen war. Ich weiß nicht, ob meine Erwartungen zu hoch waren, aber ich bin fast ein bisschen enttäuscht von dem Buch.

NAm 1. Juni erhielten wir Post von A.C.O.
Auf edlem hellgrauen Papier mit violettem OULAY'S-Schriftzug teilte er uns mit, dass wir zu den Auserwählten gehörten.

Einen Monat später war Leena tot. (Seite 55)

Der Leser begleitet Leena und Jazz durch die wohl aufregendste Zeit ihres Lebens. Das Abi in der Tasche will Jazz eigentlich nach Australien, doch ihre Freundin Leena möchte an einem Casting in ihrer Stadt teilnehmen, bei dem eine Business-Partnerin für den geheimnisvollen Adam C. Oulay gesucht wird. Jazz fühlt sich verantwortlich für Leena und glaubt ihre Freundin dabei begleiten zu müssen. Also verschiebt sie ihre Reisepläne kurzerhand etwas nach hinten.

Die beiden Mädchen werden auch tatsächlich für das anstehende Special-Assistant-Training ausgesucht und müssen einige Aufgaben meistern und sich Herausforderungen stellen. Doch irgendwann bemerkt Jazz, das etwas nicht stimmt. Mädchen werden scheinbar systematisch gegeneinander ausgespielt, Unfälle geschehen, Leena stirbt - und keiner der Verantwortlichen gibt ausreichende Erklärungen ab. Wird Jazz unbeschadet aus der Sache rauskommen oder kostet der Traum ihrer Freundin auch ihr Leben?

"Sie wissen genau, wie sie uns bei der Stange halten", erwiderte Robyn leise und zog die Fleecedecke wieder etwas fester um sich.
"Willst du damit sagen, sie haben euch erpresst?", stieß ich ungläubig hervor.  (Seite 129)

Ich war wahnsinnig gespannt auf dieses Buch. Angepriesen als Thriller und mit einem interessanten Klappentext, hatte die Geschichte mein Interesse geweckt. Ob es an meinem Alter liegt, oder ob meine Erwartungen einfach zu hoch waren, weiß ich nicht, aber das Buch hat nicht das geliefert, was ich mir erhofft habe.

Patricia Schröder hat einen ganz wunderbaren Schreibstil. Man kommt sehr zügig voran und die Kapitel fliegen nur so dahin. Auch die beschriebenen Umgebungen konnte ich mir sehr gut vorstellen. Was mich allerdings etwas gestört hat und worüber meine Augen ein paar Mal gestolpert sind, waren die Namen. Jazz ist jetzt nicht so ungewöhnlich, aber Leena mit zwei e habe ich noch nie gelesen. Das sieht einfach irgendwie falsch aus. Auch Liambiko brauchte einen Moment um mir flüssig durchs Hirn zu gehen. Ebenso untypisch (zumindest für mich persönlich) sind Randy, Insa, Robyn, Ah-Pei und Harriet. Möglicherweise wollte die Autorin damit möglichst international sein und zeigen, dass Mädchen mit jedem Hintergrund ausgewählt wurden.

Damit komme ich nun auch zu meinem zweiten Kritikpunkt. Die Namen. Es sind so viele! Nach diesem Casting bleiben 18 Mädchen übrig. Dazu gibt es noch ein paar Geschwister, Eltern und Mitarbeiter von Adam C. Oulay. Es fiel mir manchmal nicht leicht zu wissen, wer jetzt mit wem in welcher Gruppe war und wer wen wie kannte oder mochte. Da immer mal wieder Mädchen rausfliegen, bleiben zum Schluss nur noch ein paar übrig. Aber zu Beginn ist das wirklich sehr anstrengend. Es wird zwar zwischendurch auch mal erwähnt, dass jetzt A mit ihren Gruppenmitgliedern B und C dort steht oder geht, aber da viele Personen eher unwichtig sind und deswegen nur kurz angeschnitten werden, bleibt das nicht im Gedächtnis haften. Zumindest nicht in meinem.

Das Buch hat so seine Höhen und Tiefen. Es gibt Stellen, an denen man es einfach nicht aus der Hand legen kann, da man wissen muss wie es weitergeht. Doch dann gibt es auch wieder Momente, die sich ziemlich in die Länge ziehen und die so in dem Ausmaß nicht hätten sein müssen.

Einige Szenen fand ich doch ziemlich konstruiert und auch das Ende war für mich sehr unglaubwürdig. Außerdem kam es viel zu abrupt. Da hätte man lieber in der Mitte und am Anfang etwas streichen sollen und die dadurch frei gewordenen Seiten noch mit zum Ende genommen.


Fazit

Ein Buch mit Höhen und Tiefen. Auf spannende Momente, in denen man das Buch nicht aus der Hand legen kann, folgen oftmals langatmige Szenen, die vielleicht besser gekürzt worden wären. Die dadurch übrigen leeren Seiten, hätte man gut für das Ende nutzen können, dass viel zu überstürzt kam.

Blasse Charaktere und stellenweise unglaubwürdige und konstruierte Handlungen, nehmen dem Buch zu viel von seinem Potenzial - das da war und leider nicht ausgiebig genutzt wurde.

Man kann das Buch gelesen haben, aber muss man auch nicht zwingend. Für junge Leserinnen, die eine kleine Krimi-Thriller-Leseerfahrung machen möchten und Sendungen wie GNTM mögen, ist es sicher genau das Richtige.



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